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Wenn die Temperaturen fallen, steigt die Lust, es sich warm und gemütlich zu machen. Aber warum drinnen, wenns draußen viel schöner ist? Hier erfährst du, wie du deinen Grill für eine Outdoorparty mit Freunden richtig einheizt.

Die Grillsaison beginnt mit dem Angrillen und endet mit dem Abgrillen. Jedenfalls für die meisten. Für die richtig kernigen Griller heißt es hingegen: durchgrillen! Das Bier dazu musst du nicht einmal kaltstellen. Es sei denn, du schwenkst gleich auf Glühwein und Hot Punch um. Wintergrillen hat seinen ganz eigenen Charme: Die Kohlen wärmen von außen, die Speisen von innen, deine Gäste rücken enger zusammen und der Rauch aus dem Feuer mischt sich mit dem Hauch vor den Gesichtern. Doch um beim Wintergrillen richtig auf den Geschmack zu kommen, solltest du ein paar Dos und Don’ts beachten.

Wintergrillen Plus Size

Wo wird gegrillt?

„Nachts ist es kälter als draußen“, besonders im Winter! Deshalb musst du zuerst die passende Feuerstelle finden. Grillbuchautor und Showgriller Andreas Rummel empfiehlt ein überdachtes Plätzchen, an dem es nicht zieht. Beim Wintergrillen darfst du zwar ein wenig frieren, aber du musst ja nicht gleich zum Eiszapfen erstarren. Auch Schneefall oder Nieselregen sollte dir und deinen Gästen nicht das Essen verwässern oder die Stimmung vermiesen. Die Romantiker unter den Wintergrillern zieht es übrigens auch gerne in die Wildnis, zum Beispiel unter einen weiß gepuderten Baum an einem zugefrorenen See. Dafür brauchst du natürlich einen transportablen, möglichst leichten Hohlzkohle- oder Propangasgrill. Elektrogriller mit Kabel sind kürzer angebunden und gehen eher auf die Terrasse oder in den Garten – die sich mit Lichterketten oder Sturmfackeln schnell in ein heimeliges Winteridyll verwandeln lassen.

Wintergrillen Plus Size

Womit wird gegrillt?

Bevor die Temperaturen in den Keller gehen, solltest du vorher schon in den Keller gehen (oder in die Garage) und dich fragen: Besteht mein Grill den Wintertest? Er muss sicher nicht der „Mercedes“ unter den Barbecue-Öfen sein, sollte aber auch nicht beim ersten Eishauch den Geist aufgeben. „Am Ende zählt natürlich das Ergebnis auf dem Teller“, so Andreas Rummel. Und das wird besser, wenn dein Grill einen Deckel hat, damit die Hitze nicht verfliegt und das Grillgut nicht feucht wird. Auch ein verstellbarer Rost ist von Vorteil. Er sollte nie zu tief über der Glut liegen. Die Faustregel lautet: Wenn du deine Hand keine zwei Sekunden auf Rosthöhe über der Glut halten kannst, ist die Hitze zu groß. Und du willst dein Essen ja grillen, nicht schmieden!

Wintergrillen Plus Size

Was wird gegrillt?

Nachdem du den Rost ordentlich eingefettet hast, bleibt noch zu klären: Was kommt drauf? Beim Wintergrillen darf’s gern etwas deftiger sein. Wie wär’s statt des üblichen Steak- und Wursteinerleis mal mit gefüllter Ente, Wildkaninchenrücken oder Hirsch-Entrecôte mit Lebkuchen? Feine Zusatzaromen erzeugst du durch die Beigabe von Grillhölzern in der Glut, zum Beispiel Eiche, Walnuss oder Wachholder. Die Rauchpartikel legen sich auf das Grillgut und veredeln den Geschmack. Auch vitaminreiches Gemüse und heißes Obst – wie Bratäpfel oder Gewürzbirnen – sollten in der kalten Jahreszeit nicht fehlen. Unser Grillexperte Andreas Rummel hat noch einen besonderen Tipp für den Rost: Einfach Blumenkohl mit einem Sparschäler in hauchdünne Scheiben schneiden, mit Öl, Salz und Pfeffer marinieren und zu knackigen Gemüsechips brutzeln. Geht auch mit Kürbisscheiben oder Grünkohlblättern. Der Grillprofi resümiert: „Es gibt Möglichkeiten ohne Ende. Man muss sich nur trauen!“ An dieser Stelle noch ein Wort an die Röstaromen-Junkies: Achte darauf, dass dein Grillgut nicht zu lange schmort. Es gibt „gutes Schwarz“ und „schlechtes Schwarz“. Das schlechte heißt HHA (Heterozyklische aromatische Amine) oder PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und ist so ungesund wie es klingt.

Worauf muss ich beim Wintergrillen achten?

Wintergriller müssen andere Herausforderungen meistern als der klassische Sommerbrutzler. Bist du Wintergrillneuling, dann kennst du sie wahrscheinlich noch nicht. Im ersten Moment scheint es dir vielleicht ratsam, das Fleisch bei den kalten Temperaturen draußen zu lagern. Doch hier müssen wir eine „Blitzeiswarnung“ aussprechen: Achte darauf, dass deine Zutaten nicht gefroren sind, wenn sie auf den Grill kommen. Ein Grill ist kein Aufbackofen! Außerdem solltest du – auch wenn der Hunger groß ist – lieber kleine Portionen auftischen. Große werden zu schnell kalt. Ideal sind Pappteller oder Geschirr aus Zuckerrohr, falls du es etwas edler magst. Sieht dekorativ aus und gibt es mittlerweile in jedem gut sortierten Fachmarkt. „Darauf wird frisch Gegrilltes nicht so schnell kalt wie auf Porzellan“, erklärt Andreas Rummel. Auch Thermo- oder Styroporboxen bieten sich zum Warmhalten an.

Wie halte ich mich warm?

Einmal von innen, einmal von außen. Innerlich, indem du dein Grillgut mit wärmenden Gewürzen wie Meerrettich oder Chili anreicherst und dazu Glühwein, Hot Punch oder Feuerzangenbowle trinkst. Äußerlich, indem du dich richtig kleidest. Wir empfehlen das Zwiebelprinzip: Lange Unterhose, kuscheliger Wollpulli, Daunenjacke, warme Mütze … alles, was auch schnell wieder ausgezogen ist, wenn es neben dem Grill zu heiß wird. Auch der Kniff des Grillprofis Andreas Rummel hält dich gut warm: „Wenn ich mal länger draußen bin, nehme ich Kühlakkus, lege sie in heißes Wasser und steck sie mir in die Jacken- und Hosentaschen.“

Es ist also gar nicht so schwer, die kalte Jahreszeit zur heißen Grillsaison zu machen. Man muss nur wissen wie!

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