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Überall Perfektionswahn, digitale Schnelllebigkeit und Körperkult. Als Teil der Gesellschaft bist du dem fast automatisch unterworfen. Doch du bemerkst: So geht es nicht weiter. Du bist gestresst, weil du nur noch unreflektiert funktionierst. Steig mit Achtsamkeit aus – da, wo es dir guttut.

Du kennst sie sicher auch, denn jeder Mensch kennt sie: Situationen im Leben, in denen auf einmal alles zu viel wird. Dabei machst du dir auch noch Selbstvorwürfe, weil du es gerade nicht besser schaffst. Du kommst aus dem negativen Lebensgefühl nicht mehr heraus und bleibst selbst ständig auf der Strecke. Frage dich: „Bin das überhaupt noch ich, wenn ich bei allem mitmache, was gerade in ist?“ Wir möchten dich einladen, darüber nachzudenken, und dir zeigen, was du jetzt schon im Kleinen tun kannst: Mit Achtsamkeitsübungen aus dem Buddhismus nimmst du dir nicht nur wieder etwas Zeit für dich. Du lernst, deine inneren Ressourcen zu entfalten und kommst zu mehr Selbstakzeptanz, Selbstsicherheit und gewinnst nachhaltig Lebensfreude. Und das Beste: Du kannst die Übungen leicht in deinen Alltag einbauen.

Du bist bereit

Oft belasten negative Gedanken und Emotionen unseren Alltag. Dann ist es an der Zeit, innezuhalten und vor allem – etwas zu ändern, damit wieder Glück und Lebensfreude in unser Leben einkehren kann. Wäre es nicht schön, wenn wir unser persönliches Wohlbefinden stets in uns hätten, und es nicht von äußeren Gegebenheiten abhinge? Moderne Gegebenheiten wie: stets selfiebereit, stets perfektes Äußeres, stets gut drauf, stets für alle erreichbar. Achtsamkeit verspricht: Wer achtsam durch´s Leben geht, entwickelt echte innere Stabilität und damit nachhaltige Lebensfreude, weil er lernt:

  1. im Hier und Jetzt zu leben und damit seinen Bedürfnissen gerecht zu werden.
  2. Gegebenheiten (gerade schwierige) wertfrei wahrzunehmen.
  3. dadurch angemessene Handlungsweisen zu entwickeln, statt immer wieder mit gewohnten, unreflektierten und deshalb kraftraubenden Automatismen zu reagieren.

Klingt schwierig? Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es erfordert tatsächlich regelmäßige Übung. Die gute Nachricht: Du kannst die Übungen ganz leicht in deinen Alltag einbauen und so schon bald die Wirkung spüren. Auf zur Lebensfreude on demand, fang jetzt sofort damit an: Lehn dich entspannt zurück und nimm den folgenden Text sehr achtsam und bewusst auf.

Im Hier und Jetzt leben

MBSR-Lehrer (MBSR = mindfulness-based stress reduction) und Achtsamkeitscoach Alexander Kopp aus Köln erklärt wie das geht: „Das Jetzt wahrzunehmen, ist eines der Ziele von Achtsamkeit, denn im Jetzt findet unser Leben statt.“ Werde dir also immer wieder bewusst, wie du dich fühlst und was du brauchst. Alexander Kopp sagt dazu: „Eigentlich ist es einfach. Man muss sich fragen: Was ist gerade jetzt wichtig?“ Also: Sei ehrlich zu dir und frage dich konkret: Was brauchst du? Was tut dir jetzt gut? Handele danach. Dann bist du im Hier und Jetzt – mit deinen Gefühlen und deinen Bedürfnissen, mit dir selbst verbunden.

Du kommst wieder zu Atem

Du kannst Achtsamkeit auf verschiedene Weise trainieren. Fang mit einer einfachen Übung an: Richte deine Achtsamkeit immer wieder sanft auf deine Atmung. Setze dich bequem und aufrecht hin, bleibe ganz ruhig und schließe – wenn möglich – sogar die Augen. „Eine Aufgabe der Achtsamkeitspraxis ist es, sich vom ständigen Strom der Gedanken zu lösen und stattdessen die Aufmerksamkeit zum Beispiel auf den Atemvorgang oder die Körperempfindungen zu lenken,“ so der Achtsamkeitscoach. Konkret heißt das: Nimm das Einatmen wahr – und das Ausatmen. Spüre, wie die Atmung durch deinen Körper fließt. Anfangs wirst du feststellen, dass deine Gedanken schnell abschweifen. Bewerte das nicht – es ist eine Gewohnheit und es geht den meisten Menschen so. Lass es gut sein und fokussiere dich wieder auf deinen Atem. Nimm wahr, was das Beobachten des Atems für deinen Körper bedeutet. Wenn du diese Übung täglich für 2, 3 oder sogar 5 Minuten machst, wirst du merken, wie gut es sich anfühlt. Einfach weil du mit Körper und Geist bewusst im Hier und Jetzt bist.

Du gehst raus

Auch im Freien kann man Achtsamkeit wunderbar üben – mit allen Sinnen. Gehe nach draußen, wenn möglich in die Natur. Begegne ihr mit Achtsamkeit. Spüre die Sonne auf der Haut oder die Regentropfen auf deiner Nasenspitze. Lass dir den Wind durch die Haare wehen und nimm wahr, wie deine Füße den Boden berühren. Vielleicht findest du Kastanien oder hast Lust, die Rinde eines Baumes mit deinen Fingern zu berühren. Höre das Rauschen der Bäume, den Gesang der Vögel und sieh zu, wie Wolken über den Himmel wandern. Ein kleiner Spaziergang von 10-15 Minuten reicht schon. Für dich. Nimm dir Zeit dafür – und nimm deinen Körper im Einklang mit der Natur wahr.

Du isst achtsam

Essen ist lebenswichtig. Essen tut gut und es macht immer wieder Spaß, neue Lebensmittel, Gerichte und Geschmacksrichtungen zu entdecken. Das Schöne ist: Auch beim Essen kannst du üben, achtsam zu sein. Nimm dir dazu vor jeder Mahlzeit einen Moment. Halte inne. Fühle in dich hinein. Bist du hungrig oder hast du Appetit und Lust zu essen? Läuft dir schon das Wasser im Mund zusammen? Freust du dich, dir gleich diese Leckerbissen auf der Zunge zergehen zu lassen? Das ist schön. Verurteile dich nicht für deine Wünsche und Empfindungen. Genieße diese Gefühle, aber warte noch. Schau dir erst einmal genau an, was du gleich zu dir nehmen wirst. Nimm dein Essen mit den Augen wahr. Wie sieht es aus? Welche Form hat es? Dampft es vor sich hin? Ist es knackig, zart, kräftig, saftig…? Als Nächstes kannst du dich auf den Geruch konzentrieren. Kannst du dein Essen gut riechen? Ist der Duft so lecker, dass gleich die Nachbarn zum Essen vorbeikommen wollen? Vielleicht hast du Lust, die Augen zu schließen und für ein paar Sekunden das Essen nur über deinen Geruchssinn wahrzunehmen. Auch das kannst du genießen. Gönn dir diese Momente der Achtsamkeit beim Essen und dann – lass es dir schmecken. Ganz langsam und mit viel Genuss. Spüre, wann du satt bist. Spüre auch in Körper und Geist nach, ob das Essen dich genährt hat und ob du zufrieden und glücklich bist.

Du bist gut. Du schaffst das!

Eine wichtige Achtsamkeitsübung, die man täglich immer wieder üben kann: Mach dir nicht zu viele Gedanken über dich und deine Zukunft. Versuche deine jetzige Lage möglichst wertfrei wahrzunehmen, statt Herausforderungen zu dramatisieren. Mach dir bewusst, dass du einen guten Umgang damit finden wirst. Lass die schwierigen Gedanken immer wieder los, die im Alltag kommen. Nimm dir für das Nachdenken über Lösungen bewusst Zeit und lasse die Gedanken dann wieder los. Denn deine Gedanken bestimmen maßgeblich, wie du dich fühlst. Also: Sei gut zu dir. Du hast es verdient. Du bist ein toller Mensch – so wie du bist. Du musst nicht die gleichen Wünsche und Ziele haben wie die anderen. Du musst auch nicht so sein wie sie. Denn du bist du. Einzigartig und wunderbar. Liebe dich dafür! Erinnere dich immer wieder daran und gehe wohlwollend mit dir um. Finde den Weg, der gut für dich ist – mit Achtsamkeit.

 

Links:
MBSR-Lehrer und Achtsamkeitscoach Alexander Kopp
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