read time: 4 Minuten

Tanja Marfo ist eine Persönlichkeit in Deutschland, die sich weit über die PlusSize-Szene hinaus für Köpervielfalt einsetzt und eigene Events veranstaltet sowie als Autorin und in den Medien tätig ist. Damit sich die Sehgewohnheiten der Menschen ändern, möchte sie sich und andere nicht auf ein vermeintlich perfektes Idealbild reduzieren lassen. Sie selber trägt Größe 54 und fühlt sich super wohl. Mit HAPPYsize startet sie die „be curviliscious“ Workshops, in denen sie Frauen ein Lebensgefühl von „zelebrieren statt kaschieren“ mitgeben möchte.

Hallo liebe HAPPYsize Mädels und Jungs,

ich bin Tanja, Model, Unternehmerin, Autorin und Bodypositivity Aktivistin. Was mein Bezug zu HAPPYsize ist? Das erzähle ich euch in diesem Beitrag.

Aber gehen wir einen Schritt zurück – back to 2013 – das Gründungsjahr von meinem Unternehmen Kurvenrausch und dem Geburtsjahr der Plus Size Fashion Days, Deutschlands einzigen Fashion Tagen für große Größen.

Ich war gerade aus New York zurückgekommen (wie fancy sich das anhört) und hatte die Full Figured Fashion Week besucht. Es war mein erster bezahlter Bloggerjob und ich war ganz aus dem Häuschen und völlig berauscht von den Eindrücken, die ich vor Ort gesammelt hatte. So fashionable und stylish können große Größen auf dem Laufsteg aussehen – dachte ich. Denn in der Stadt, die niemals schläft, hatte ich sie alle auf dem Catwalk gesehen. Sogar Ashley Graham, die 2013 noch kein internationaler Superstar war. Hätte ich mal ein Bild gemacht 🙂
Große Kurven, kleine Kurven, Frauen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichste verschmolzene Kulturen, die mich nachhaltig beeindruckten, stolzierten über den Catwalk. Wow, war das ein Erlebnis!

Tanja Marfo in New York
 © Nadine Schachinger

Mit Veränderungen Neues bewegen

Ich kam zurück nach Deutschland mit vielen Ideen im Gepäck. Mit meinen Erfahrungen aus Übersee und einer klaren Vision und Message gründete ich im September 2013 die Kurvenrausch Plus Fashion Days, welche seit sieben Jahren bei einer stetig wachsenden Öffentlichkeit Anklang finden.

Mit meinem Event wuchs auch meine Mission:

„Wir brauchen Modelle aller Hautfarben, Altersgruppen, Geschlechter, sexueller Orientierungen und Konfektionsgrößen auf den Laufstegen – und in den Medien. Nur so schaffen wir es, dass sich Sehgewohnheiten langfristig und nachhaltig verändern.“

Plus Size Models auf Laufsteg
 © Ulf Kroeger

Meine Kunden, also die Firmen, die ihre Mode auf meiner Show präsentieren, sind mir wichtig und ich arbeite sehr gerne mit ihnen gemeinsam daran, Stück für Stück die Plus-Size-Community zu verändern und sichtbarer werden zu lassen. HAPPYsize kam 2014 mit ins Boot und ist seitdem treu an meiner Seite.

Für mich ist HAPPYsize die erste Firma, die ihrem Motto seit Jahren treu ist und stets daran arbeitet, uns alle sichtbarer werden zu lassen – und eben nicht nur die Standard Mustergröße 42/44.

Wir wollen sichtbarer werden

Es gibt im Plus-Size-Bereich viele Firmen, die ihren Hauptumsatz mit großen Größen machen, aber uns dicke Mädels und Jungs nicht sichtbar werden lassen (wollen). Sie halten weiterhin an alten Strukturen und Umsatzzahlen, samt Studien, fest, die angeblich besagen, dass dicke Frauen keine dicken Frauen und Männer in den Katalogen sehen wollen. Dies ist längst widerlegt. Sicherlich spielt auch die Angst des „Image-Verlusts“ eine große Rolle. Dabei scheint es, als wären nur die unteren Großen Größen gerade das, was das deutsche Auge ertragen könnte. Ist dem wirklich so?

Was diese Unternehmen, meiner Meinung nach, vergessen, ist, den Endverbraucher abzuholen. Denn die Kundin, die die Kleidung eigentlich kaufen soll, trägt eben meistens nicht eine Konfektion 42/44. Sie kennt ihren Körper meistens nicht so gut, ist unsicher und findet sich in keinem Katalog wieder. Und da wundert man sich, warum die Retouren so ansteigend sind?

Überlegt mal: Es finden Plus-Size-Modenschauen ohne richtige große Größen statt. Es werden wundervolle Plus Size Fotostrecken produziert und manchmal schlanke Modelle für diese mit Polstern ausgestopft, damit die Fußfesseln und Arme weiterhin schlank bleiben. Der stationäre Handel verbannt uns teilweise aus den eigenen Läden und platziert die Übergrößen ausschließlich online… Irgendwie beschämend, oder?

#Sizeegal – bist du dabei?

Wollen wir nicht mal daran arbeiten, dass die echten Konfektionen jenseits der 42 sichtbar werden? Dass wir uns trauen, auch stylische Mode an einer authentischen großen Größe abzubilden? Dass wir die Plus-Size-Branche feiern für ihre Diversität wie keine andere? Denn das ist für mich wahre Größe!

Hören wir doch den Kunden zu, was sie wollen, was sie sich wünschen, was sie vermissen und gerne sehen würden.

“Denn der Kunde ist eigentlich der beste Influencer.”

Und genau an diesem Punkt komme ich 2021 ins Spiel und freue mich wie Bolle darauf, euch, also die HAPPYsize Kundinnen und Kunden, bei unserem Styling Workshop persönlich kennenzulernen. Ich trage selbst eine Konfektion 54 und möchte zeigen, dass ihr alle Moderegeln getrost über Bord werfen könnt. Denn eure Größe ist wie es in meinem Buch steht: #Sizeegal.

Buch von Tanja Marfo
© Nadine Schachinger

„Zelebrieren statt kaschieren“

ist mein Motto, welches ich gerne an euch weitergeben möchte. Es wartet ein spannender Tag auf uns. Mit professionellem Styling, Beratung, Selflove Talk, gemeinsamer Zeit und einem Fotoshooting als Erinnerung.

Mein Workshop für dich – ich freue mich drauf

Tanja Marfo in der Maske
© Nadine Schachinger


Ich freue mich auf euch!

Eure Tanja

Auch interessant:

“Wir wollen mehr Plus Size auf der Fashion Week!”