Designerin Katja Heidrich: Das sind die Must-Haves zur WM

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In Kooperation mit der Designerin Katja Heidrich von mable ist eine sportliche Kollektion entstanden, mit der du nicht nur bei der anstehenden WM eine gute Figur machst. Beim Entwurf ließ sich Katja von Details und Elementen aus dem Fußball-Sport, sowie Baseball und American Football inspirieren. Im Interview sprach Katja mit uns über ihre Kollektion und über die Herausforderungen auf dem Weg zur Modedesignerin für Kurven.

Katja Heidrich ist Modedesignerin für Kurven. Nach ihrem Studium und einem Praktikum bei Plus Size Designerin Anna Scholz in London, gründete sie 2012 ihr eigenes Fashion Label: mable. Ihre Designs entwirft Katja für Frauen, die zeigen wollen, dass sie sich wohl in ihrem Körper fühlen – egal ob in Kleidergröße 36 oder 54. Im Rahmen der Plus Size Fashion Days erhielt sie im Jahr 2016 die Auszeichnung als beste Nachwuchs-Designerin. Jetzt hat sie ihre erste Kollektion für Happy Size entworfen.

Passend zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft präsentiert Katja hier ihre trendige Kollektion im Athleisure-Style und steht dabei selbst als Model vor der Kamera.


Bald ist es soweit. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 beginnt in wenigen Tagen. Wirst du bei der WM auch mitfiebern?

WM-Saison ist Public Viewing Saison! Als, normalerweise, kein großer Fußball-Fan lasse ich mich zur Weltmeisterschaft gern von der Euphorie mitreißen. Sommerluft, die besten Freunde, ein Grill und natürlich ein Bildschirm, auf dem ich das Spiel verfolge.

Gibt es bei der WM einen Dresscode?

Hauptsache, du fühlst dich wohl! Egal ob du auf der großen Leinwand oder mit Freunden auf dem Handy schaust – die Verbundenheit mit DEM Sportevent des Jahres kannst du natürlich auch mit der Wahl der Klamotte zeigen. Aber ein Trikot kaufen? Vom Preis mal ganz abgesehen, ist es zur nächsten WM wahrscheinlich schon wieder unaktuell. Dazu mag ich persönlich Fan-Shirts mit Deutschland-Flagge nicht so gern.

Daher habe ich für Happy Size, anlässlich des 20. Jubiläums, die Must-Haves für die WM 2018 entworfen.


Deine Kollektion besteht aus 4 Must-Haves für die WM-Saison. Was unterscheidet deine Designs von „gewöhnlicher“ Fan-Bekleidung?

Alle Teile sind sportlich inspiriert, sind aber keine klassischen Fussball-Shirts. Das macht sie zu trendigen Teilen, die man nicht nur zur WM tragen kann, sondern an jedem anderen Tag auch.

Das weiße Shirt mit Bindung am Arm ist ganz klar inspiriert vom Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Die klassischen Farben, sowie die sportlichen Streifen habe ich hier aufgegriffen und die goldene „20“ hinzugefügt.

Die klaren Linien der Hemdbluse mit Knopfleiste kommen natürlich vom Baseball. Das Shirt ist mein Favorit, weil es so vielseitig tragbar ist. Nicht nur als Oberteil macht es eine gute Figur, auch offen über einem Tank Top getragen ist es super lässig. Go Team Happy!


Beeinflusst vom American Football ist das Shirt-Kleid in schwarz. Auch hier habe ich mit einer Schnürung gearbeitet. Sie sitzt in der Taille, damit du den etwas lockereren Schnitt besser an deine Figur anpassen kannst.

Nach dem Spiel noch den Abend mit Freunden verbringen, quasseln und die letzten Sonnenstrahlen genießen. Und schupps kann es ganz schön kühl werden. Genau dafür habe ich den Hoodie entworfen. Der sportliche Klassiker hat meist einen elastischen Bund, der einen schon mal wie eine kleine Kugel aussehen lassen kann. Auf diesen Bund habe ich bei meinem Design verzichtet und den Hoodie stattdessen nach unten hin etwas ausgestellt. Der Eyecatcher ist aber die Schnürung an der Kapuze mit unserem bedruckten Band.


Katja, du bezeichnest dich als Modedesignerin für Kurven. Schon zu Beginn deines Modedesign-Studiums war es dein Wunsch Fashion in großen Größen zu kreieren. Doch Toleranz von Seiten deiner Dozenten gab es anfangs nicht. Wie hast du darauf reagiert?

Im Studium hat es mich geärgert, dass ich meine Kreationen, an denen ich gut und gern mal 5 Monate gearbeitet habe, nie selbst tragen konnte. Denn alles musste auf Größe 34/36 geschnitten sein, was mir maximal auf den Oberschenkel passt. Als unsere Praxisphase dann näher gerückt ist, habe ich mich dazu entschieden, für knapp ein halbes Jahr nach London zu ziehen und dort von Plus Size Designerin Anna Scholz zu lernen. Hier hatte ich auch die Idee für mein eigenes Label mable.

Zurück an der Uni habe ich dann meinen Dozenten meine Entscheidung mittgeteilt, dass ich keine Kollektionen mehr nur in Größe 36 schneidern will, sondern in verschiedenen Größen. Somit war ich dann auch eine der ersten Absolventinnen, die Plus Größen auf einem Hochschul-Catwalk gezeigt hat. Definitiv nicht die beliebteste Design-Richtung von Studenten, also noch viel Luft nach oben.


Direkt nach deinem Studium hast du dich mit deinem eigenen Label mable selbständig gemacht. Ein mutiger Schritt. Was hat dich dazu bewegt diesen Weg einzuschlagen?

Zum großen Unverständnis meiner Mutter habe ich nach meinem Abschluss einige Jobangebote ausgeschlagen und mich stattdessen mit mable selbstständig gemacht. Ich habe ein Online-Magazin zum Label aufgebaut und bin außerdem als Plus Model und Stylistin unterwegs. Meine Mission ist es, das angestaubte Bild der Übergrößenbranche zu revolutionieren und die Kategorisierung nach und nach abzuschaffen. Mode soll Spaß machen, kreativ sein und ausdrücken, wer du bist. Mode soll einen Körper nicht verstecken und verhüllen. Und das gilt unabhängig von der Größe.

Als Designerin spielt Kreativität in deinem Leben eine besondere Rolle. Woher kommt deine Inspiration?

Wenn ich designe, habe ich bei jedem Look eine Person im Kopf. Manchmal bin ich es, manchmal ist es jemand, der mich inspiriert. Und meistens sind es Plus Size Frauen. Ich habe in den letzten Jahren so viele starke Frauen kennen gelernt, die für eine gute Sache kämpfen, nämlich für Vielfalt.


Deine Entwürfe sind individuell und tragen deine ganz persönliche Handschrift. Ist es als Kreative eine Herausforderung Mode zu kreieren, die nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch im Alltag tragbar ist? 

„Tragebare Mode“ – das bedeutet für jeden etwas anderes. Deshalb achte ich bei meinen Designs sehr genau auf die Waage zwischen Kreativität und Tragbarkeit. Würde ich das in Büro anziehen? Würde Mama das vielleicht auch tragen? Als Kreative ist das manchmal gar nicht so einfach. Mein „wenig“ ist für manche schon „too much“.

Auch unter Plus Size Trägerinnen gibt es Frauen, die gerne sehr modische Styles und top-aktuelle Trends tragen möchten. Doch diese Kleidung in großen Größen zu finden ist teilweise gar nicht so leicht…

Egal ob in der Mode, den Medien oder in den Köpfen der Leute. Noch immer hängt Vielem, das das Wort „Übergrößen“ als Beinamen trägt, ein verstaubtes Image an. Deshalb scheuen sich viele Labels davor größere Größen anzubieten – aus Angst vor dem Image. Ganz langsam ist dieses Image im Wandel. Langsam aber sicher tut sich was.

Die Designerin hat einen tollen Style-Check zur Kollektion verfasst. Hier kannst du ihn nachlesen.